Reden und nichts Sagen
2025 • Reden und nichts sagen • Acryl auf Leinwand • 110 × 190 cm • inkl. Versand innerhalb der Schweiz • 3100 CHF
Hinter der Kritik steht ein Wert. Wahrheit, die verbindet
Wir reden und wir sagen nichts. Doch diese Einfachheit ist nur die Oberfläche. Darunter arbeitet ein Widerspruch, der uns täglich zerreisst. Sprache ist das Mittel, durch das wir uns als Menschen erkennen, und zugleich das Mittel, mit dem wir uns voreinander verstecken. Das, was uns verbinden soll, wird zur Wand. Wir produzieren Worte, um nicht berührt zu werden. Der Mund ist hier nicht Ausdruck von Leben, sondern eine Maschine der Nähe, die Nähe verhindert.
Wir leben in einer Kultur, die Sprechen belohnt, nicht Wahrheit. Wer viel sagt, gilt als kompetent; wer still ist, wirkt verdächtig. In Meetings werden Sätze gebaut wie Möbelstücke: stabil, aber unbewohnt. Der Sockel des Mundes zeigt, was daraus wird. Reden als Karriere, Reden als Status, Reden als Ersatz für Handlung. Sprache wird zur Währung und wie jede Währung verführt sie zum Fälschen. Der Widerspruch spitzt sich zu, wenn man die Sprechblase ernst nimmt. „BLA BLA BLA“ ist nicht nur Spott. Es ist ein Geständnis. Wir wissen, dass es leer ist, und wir machen trotzdem weiter. Wir halten an Mustern fest, die uns schaden, weil sie kurzfristig Sicherheit geben. Das Reden ohne Inhalt ist eine Selbstberuhigung gegen die Angst vor Stille. Stille könnte etwas enthüllen. Unsicherheit, Trauer, Schuld, Sehnsucht. Also füllen wir sie. Und während wir füllen, verlieren wir. Denn was nicht gesagt wird, bleibt als Druck im Körper. Das Ungesagte wird dann als Reizbarkeit, Müdigkeit, Zynismus zurückkehren als stille Rache.
Was wäre die dialektische Wendung, die aus diesem Widerspruch eine Möglichkeit macht?
Nicht das Verbot des Redens. Nicht die Romantisierung des Schweigens. Sondern die Rückkehr der Verantwortung in die Sprache. In einer echten Bewegung muss das Reden seine eigene Negation enthalten: die Pause. Der Mut, einen Satz nicht zu sagen. Der Mut, zuzugeben: „Ich weiss es gerade nicht.“ Der Mut, statt „BLA BLA“ zu riskieren: „Ich habe Angst, dass du mich nicht ernst nimmst.“ Ein solcher Satz ist klein, aber er trägt Gewicht. Er kostet. Und genau deshalb verbindet er.
Lösungsorientiert heisst hier nicht: bessere Rhetorik. Sondern:
Weniger Ausrede, mehr Gegenwart. Übe dich im Konkreten: Wenn du „Wir sollten mal“ sagst, ersetze es durch „Ich mache bis Freitag“. Wenn du „Alles gut“ sagst, prüfe, ob es stimmt. Wenn du merkst, dass du redest, um nicht zu fühlen, nimm dir drei Atemzüge, bevor du weiter sprichst. Und vor allem: Höre so, dass der andere sich selbst hören kann. Das ist die ethische Form der Sprache. Nicht Glanz, sondern Kontakt.
Die positive Botschaft dieses Bildes ist versteckt in seiner Brutalität:
Es zeigt, dass wir den Betrug bereits durchschauen. Wer „BLA BLA BLA“ schreiben kann, hat das Ideal nicht verloren, er hat es nur verraten sehen. Hinter der Kritik steht ein Wert: Wahrheit, die verbindet. Eine Sprache, die nicht verkauft, sondern bekennt. Eine Kultur, in der Stille kein Makel ist, sondern Raum. Reden und nichts sagen ist der Zustand. Reden und wirklich meinen kann die Entscheidung werden. Und diese Entscheidung beginnt nicht in der Öffentlichkeit, sondern in deinem nächsten Gespräch dort, wo du entweder weiter lächelst wie dieser Mund oder wo du für einen Moment den Sockel verlässt und als Mensch sprichst.
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