Im Gespräch: Mein künstlerischer Weg

Warum ich Kunst mache: ein tiefer Einblick in meine Motivation, mein Schaffen und meine Vision

Ich mache Kunst nicht, weil ich schöne Bilder an die Wand bringen will.

Schönheit darf da sein. Aber sie ist nicht der Kern.

Der Kern meiner Arbeit liegt in einem Moment, den viele kennen, aber selten aussprechen: Aussen sieht alles richtig aus. Innen fühlt es sich trotzdem nicht ruhig an.

Du hast eine Entscheidung getroffen, die vernünftig klingt. Du hast funktioniert. Du hast dich angepasst. Du hast erklärt, warum es passt. Und trotzdem bleibt da dieses leise Ziehen. Dieses innere Nachjustieren. Dieses Gefühl, dass etwas nicht ganz zu deinen Werten gehört.

Genau dort beginnt meine Kunst.

Mein Spezialgebiet und warum ich es gewählt habe

Mein Spezialgebiet ist Kunst, die innere Widersprüche sichtbar macht.

Mich interessiert der Moment zwischen Anpassung und Wahrheit. Zwischen Kopf und Körper. Zwischen äusserer Klarheit und innerer Stimmigkeit. Ich male nicht die glatte Lösung, sondern den Zwischenraum davor.

Warum?

Weil ich glaube, dass genau dort viel Wahrheit liegt.

Wir leben in einer Zeit, in der vieles funktionieren muss. Wir sollen klar sein, kompetent wirken, Entscheidungen treffen, uns präsentieren, uns optimieren und möglichst wenig Reibung erzeugen. Von aussen kann das sehr stimmig aussehen. Aber innen erzählt der Körper manchmal eine andere Geschichte.

Meine Kunst gibt diesem inneren Widerspruch eine Form.

Nicht, um ihn sofort zu lösen. Sondern um ihn sichtbar, würdig und spürbar zu machen.

Für wen ich meine Kunst kreiere

Meine Kunst ist für Menschen, die nicht nur anschauen wollen, sondern spüren.

Für Menschen, die klar wirken, obwohl sie innerlich noch nachjustieren. Für Menschen, die Entscheidungen nicht nur richtig, sondern stimmig treffen wollen. Für Menschen, die gemerkt haben, dass ein gutes Argument nicht immer dasselbe ist wie innere Wahrheit.

Vielleicht kennst du diesen Zustand: Du kannst etwas erklären, aber nicht wirklich fühlen. Du weisst, was vernünftig wäre, aber dein Körper bleibt eng. Du hast nach aussen alles unter Kontrolle, aber innen entsteht Widerstand.

Wenn du dich darin wiedererkennst, ist meine Kunst für dich.

Sie ist kein lauter Ratschlag. Kein fertiger Satz. Keine schnelle Antwort.

Sie ist ein Raum.

Ein Raum, in dem du aufhören darfst, dich zu erklären. Ein Raum, in dem dein Körper wieder mitsprechen darf. Ein Raum, in dem Klarheit nicht hart sein muss, sondern ruhig, ehrlich und tief sein darf.

Erinnerungen und Momente, die mich prägen

Es sind nicht nur grosse Ereignisse, die meine Arbeit prägen.

Oft sind es leise Momente.

Der Moment, bevor eine Entscheidung ausgesprochen wird. Der Atemzug, in dem noch nicht klar ist, ob ein Ja wirklich ein Ja ist. Das kurze Zögern, das von aussen vielleicht unsicher wirkt, kann innen aber ein Zugang zur Wahrheit sein.

Mich prägt die Erfahrung, dass Menschen oft sehr genau wissen, wie sie wirken sollen. Aber viel seltener wird gefragt, wie sich etwas wirklich anfühlt.

Dieses Spannungsfeld taucht in meinen Arbeiten immer wieder auf: Ein Teil will frei sein, ein anderer will sicher bleiben. Ein Teil will sichtbar werden, ein anderer schützt sich. Ein Teil kennt die Wahrheit, während ein anderer versucht, alles kontrollierbar zu machen.

Solche inneren Bewegungen interessieren mich mehr als makellose Oberflächen.

Darum arbeite ich mit Brüchen, Übermalungen, Kratzern, rohen Linien und Stellen, die nicht fertig wirken müssen. Für mich sind das keine Fehler. Es sind Spuren. Spuren von Druck, Zweifel, Widerstand und Bewegung.

Licht- und Schattenseiten meiner Arbeit

Die helle Seite meiner Arbeit ist der Moment, in dem ein Bild plötzlich stimmt.

Nicht, weil es perfekt geworden ist. Sondern weil es eine Spannung trägt, die wahr wirkt. Wenn ein Motiv, eine Farbe, eine Struktur und ein inneres Thema zusammenfinden, entsteht eine besondere Ruhe. Nicht glatt. Nicht bequem. Aber echt.

Das ist der Moment, für den ich arbeite.

Die Schattenseite ist, dass dieser Weg nicht kontrollierbar ist.

Ich kann ein Werk nicht erzwingen. Ich kann nicht einfach dekorieren, glätten und sagen: Jetzt ist es fertig. Meine Bilder brauchen Widerstand. Sie brauchen Reibung. Manchmal muss ich etwas zerstören, übermalen oder aufbrechen, damit es wahrer wird.

Das kann unbequem sein.

Bad Painting bedeutet für mich genau das: Ein Bild muss nicht brav sein. Es darf roh sein, schräg, unruhig. Es darf zeigen, dass unter der Oberfläche etwas arbeitet. Mich interessiert daran nicht das „Schlechte“, sondern die Freiheit: die Freiheit, nicht gefallen zu müssen.

Auch das gehört zu meiner Arbeit. Ich suche nicht nach Perfektion. Ich suche nach Wahrhaftigkeit.

Meine Vision als Künstler

Meine Vision ist Kunst, die innere Widersprüche sichtbar macht, damit Menschen Entscheidungen treffen, die nicht nur nach aussen klar wirken, sondern sich innen ruhig und stimmig anfühlen.

Ich möchte Bilder schaffen, die nicht nur betrachtet werden, sondern etwas in Bewegung bringen.

Ein Werk darf zuerst schön wirken. Dann darf es kippen. Es darf irritieren. Es darf Fragen stellen. Es darf eine Stelle berühren, die vielleicht lange übergangen wurde.

Ich arbeite mit klaren Motiven, Symbolen, Texturen und rohen Bildräumen. Vertraute Elemente wie Blumen, Geschenke, Schachfiguren, Leuchttürme, Tiere, Kronen, Sockel, Käfige oder Glasformen geben Halt. Doch die Malweise stört diese Sicherheit. Das Vertraute wird fremd. Das Schöne bekommt Risse.

Genau dort entsteht für mich Tiefe.

Mein Wunsch: Die Wirkung meiner Kunst auf dich

Ich wünsche mir nicht, dass du vor meiner Kunst sofort eine Antwort findest.

Ich wünsche mir, dass du innehältst.

Dass du merkst, wo in dir etwas reagiert. Dass du nicht nur denkst: Passt das? Sondern auch spürst: Was macht das mit mir?

Vielleicht erinnert dich ein Werk daran, dass dein inneres Signal keine Schwäche ist. Vielleicht zeigt es dir, dass Klarheit nicht laut sein muss. Vielleicht gibt es eine Form des Gefühls, für das du bisher keine Sprache hattest.

Meine Kunst will dich nicht belehren.

Sie will dich zurückführen.

Zu deinem eigenen inneren Kompass. Zu dem Punkt, an dem du nicht mehr nur funktionierst, sondern wieder wahrnimmst. Zu der Ruhe, die entsteht, wenn eine Entscheidung nicht nur logisch ist, sondern sich auch im Körper richtig anfühlt.

Denn deine Werte sind kein Luxus.

Sie sind Richtung.

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Ein Blick hinter die Kulissen: Die Entstehung eines Kunstwerks