Warum ich meine Leinwände selbst bespanne

Bevor ein Bild entsteht, beginnt meine Arbeit bereits mit der Leinwand.

Ich bespanne meine Leinwände selbst. Nicht, weil es keine fertigen Leinwände zu kaufen gibt, sondern weil ich dadurch viel freier arbeiten kann. Ich möchte nicht davon abhängig sein, welche Formate gerade erhältlich sind. Wenn ich für ein Werk eine bestimmte Grösse benötige, kann ich genau diese bauen.

Das ermöglicht mir, das Format dem Bild anzupassen – und nicht das Bild einem vorgegebenen Format.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Qualität des Keilrahmens. Bei grossen Arbeiten muss der Rahmen stabil sein. Deshalb achte ich darauf, welche Holzqualität verwendet wird, wie dick die Leisten sind und wie der Rahmen aufgebaut ist. Besonders bei meinen grösseren Formaten möchte ich wissen, dass die Konstruktion das Gewicht der Leinwand, der Farbe und meiner weiteren Materialien zuverlässig trägt.

Dasselbe gilt für die Leinwand selbst.

Auch dort möchte ich entscheiden können, welches Material ich verwende. Leinwand ist nicht gleich Leinwand. Es gibt Unterschiede bei der Stärke, der Struktur, dem Gewicht und der Qualität des Gewebes. Je nachdem, was ich mit einem Bild vorhabe, kann ich mich für eine andere Oberfläche entscheiden.

Gerade weil ich mit Acrylfarbe, Strukturpaste und teilweise schweren Materialschichten arbeite, ist mir ein stabiler Untergrund wichtig. Die Leinwand ist für mich nicht nur die Fläche, auf die später gemalt wird. Sie gehört zum Aufbau des gesamten Werkes.

Beim Bespannen entsteht ausserdem eine direkte Beziehung zum Format. Ich baue die Fläche selbst auf, spanne das Gewebe und sehe, wie aus einzelnen Materialien langsam der Bildträger entsteht.

Erst danach beginnt die eigentliche Malerei.

Für mich bedeutet das Selber-Bespannen deshalb vor allem Freiheit. Ich kann die Grösse bestimmen. Ich kann die Qualität des Holzes auswählen. Ich kann entscheiden, welche Leinwand ich verwenden möchte. Und ich kann den Bildträger genau auf meine Arbeitsweise abstimmen.

Ich bin dadurch weniger an Standardformate und fertige Produkte gebunden.

Das gibt mir die Freiheit, ein Werk von Anfang an so aufzubauen, wie ich es benötige.

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